Extremkrimi

„In einem früheren Leben kämpfte er gegen den kapitalistischen Staat. Schon damals machte ihm das Töten Spaß. Heute ist Max Vonderscheidt auf eigene Rechnung tätig. Für ein Trio sadistischer Millionäre entführt er junge Frauen. Der Blinde, ein Gangsterboss, der diesen Spitznamen aufgrund seiner dunklen Brille trägt, hat ihm diesen Job vermittelt. Was mit den Opfern geschieht, ist Vonderscheidt gleichgültig. Und wer ihm in die Quere kommt, wird umgebracht. Eine Maxime, die auch für den Blinden und seine Auftragskiller gilt.

Lauter böse Menschen also, denen wir im wirklichen Leben lieber nicht begegnen möchten, obwohl es sie zweifellos gibt. Zu Unterhaltungszwecken allerdings sind uns solche Figuren schon recht. Dann nämlich, wenn sie in düsteren Kriminalromanen vorzüglich skandinavischer Provenienz ihre Unwesen treiben und ein melancholischer Kriminalpolizist ihnen auf den Fersen ist.

Doch in Guido Rohms Extremkrimi „Blutschneise“ gibt es keine Ermittler, geschweige denn Gerechtigkeit. Sorgsam hat der Autor Täter- und Opferkomplexe separiert und effektvoll zu einem bösartigen Stück Prosa montiert. Entspannungslektüre ist das nicht. In einem erbarmungslosen Hauptsatzstil treibt Rohm die Handlung ins Absurde. Gelegentlich wünschte man ihn sich allerdings noch konsequenter. Hätte er nämlich auf Selbstreferenzen – eines der Mordopfer ist ein Krimiautor namens Guido Rohm – und satirische Übertreibung verzichtet, wäre die heilsame Schockwirkung dieses bemerkenswerten Romans noch größer.“ Joachim Feldmann im Crime-Mag

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s